Pressespiegel vom 06.06.2010 / DLZ
400 Demonstranten gehen in Wennigsen auf die Straße
Wennigsen (mi). Die Wennigser machen gegen die geplanten Massentierhaltungen mobil. Im Fokus stehen dabei der geplante Schweinemastbetrieb in Argestorf und eine Bruteierproduktion in Degersen. Rund 400 Teilnehmer gingen gestern Mittag auf die Straße, um ihre ablehnende Haltung kund zu tun.
Die Wennigser Initiative gegen Massentierhaltung hatte gemeinsam mit der SPD, den Jusos und Bündnisgrünen sowie dem Nabu und den Tierschützern zu einer Demonstration unter dem Motto „Uns stinkt’s“ aufgerufen. Der Hagemannplatz wurde symbolisch mit 300 Luftballons in „Schweinchenrosa“ getaucht. 100 rosarote Buttons mit dem Aufdruck „Glücksschwein statt Mastschwein“ waren im Nu vergriffen.
Schon früh trommelte das Duo „Zweitakter“ auf Blechtrommeln und Metallfelgen die Teilnehmer zusammen. Kurze Zeit später standen um die 400 Demonstranten auf dem Hagemannplatz, präsentierten Transparente und ließen Trillerpfeifen gellen. „Wennigsen isst artgerecht. Keine Massentierhaltung – nirgendwo!“ gab es da zu lesen, oder auch „Wir lieben Tiere“ oder schlicht und einfach nur „Sauerei“. Die zehnjährige Henrike hatte auf ihr Schild „Ich wohne direkt daneben und alle sind dagegen“ geschrieben.
Wenigstens SPD-Chef und Ratsherr Klaus Kropp hatte auf sein großes Transparent „Rettet unseren Naturerholungsort“ gesprüht. „Stoppt die Tierquälerei“ war auf dem Banner des hannoverschen Vereins Tier Time zu lesen.
Nachdenklich schauten Philip Noltemeyer aus Argestorf und Friedrich Ostermeyer aus Gehrden der Demonstration zu. Beide planen Massentierhaltungen. Hannelore Nimmrich und Jenny Jürgens von der SPD richteten das Wort an die Bürger: „Der Preis ist billig, aber das Fleisch ist schwach“, wiederholte Jenny Jürgens ein Sternzitat und meinte, dass es an der Zeit sei, etwas gegen die Massentierhaltung zu tun.
„Dies soll auch ein Aufruf an uns Verbraucher sein“, erklärte Hannelore Nimmrich, die darum warb, „Klasse statt Masse“ zu kaufen.
Christian Meyer, Landtagsabgeordneter der Grünen, machte umfangreiche Ausführungen zu den seiner Meinung nach ungerechtfertigten Subventionen für die Massentierhaltung und das unrechtmäßige Handeln der Regierung. Dafür erhielt er mehrfach Beifall.
Dann setzte sich der Demonstrationszug mit den Jusos an der Spitze und zahlreichen Rats- und Ortsratsmitgliedern in Bewegung und zog über die Hauptstraße, Neustadt- und Hirtenstraße wieder zum Ausgangspunkt zurück. So friedlich, wie sie begonnen hatte, endete die Kundgebung.
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