Pressespiegel HZ vom 19.02.2010


Grüne sind gegen den Schweinestall

Die Wennigser Grünen sprechen sich offen gegen einen Schweinemastbetrieb in der Argestorfer Feldmark aus. „Bäuerliche Landwirtschaft statt Agrarfabriken“ lautet ihre Forderung, die sie bei einem Informationsabend erläutern wollen. von michael Hemme wennigsen. Ein Drittel der in Deutschland produzierten Eier und des Schweinefleisches sowie die Hälfte des Geflügelfleisches werden nach Mitteilung der Grünen in Niedersachsen produziert. Diese Entwicklung werde insbesondere durch die Bevorzugung landwirtschaftlicher Anlagen im Außenbereich unterstützt. Als Kehrseite der Entwicklung zählt Fraktionsvorsitzende Christina Müller-Matysiak die Qualen der Tiere und die sinkende Lebensqualität der Nachbarn in Gebieten intensiver Tierproduktion auf. „Wir wenden uns gegen die aktuell geplante Schweinemastanlage, in der 2000 Schweine unter unwürdigen Lebensbedingungen gemästet werden sollen“, erklärt Müller-Matysiak. Sie kritisiert auch, dass seitens des Bauherrn die Genehmigung für einen Platz beantragt wird, der mitten im Landschaftsschutzgebiet an einem Wander- und Radweg in Sichtweite von Argestorf und Wennigsen liege. „Viele Bürger fühlen sich ohnmächtig gegenüber gegen ihren Willen errichtete Massentierhaltungsanlagen und deren Folgen für Mensch und Umwelt“, sagt die grüne Ratsfrau. Gleichzeitig spiele der Tier- und Umweltschutz im Verbraucherverhalten eine immer größere Rolle und die Nachfrage nach Produkten aus ökologischen Landbau und artgerechter Tierhaltung wachse. Am Mittwoch, 24. Februar, will der Sprecher für Landwirtschaft und Tierschutz der Grünen im Landtag, Christian Meyer, aufzeigen, welche Möglichkeiten bestehen, die Ansiedlung von Mastbetrieben in Erholungs- und Landschaftsschutzgebieten zu verhindern. Der Informationsabend im Gasthaus Pinkenburg in Wennigsen beginnt um 19.30 Uhr.

Ursprünglich hatte Landwirt Jan-Philip Noltemeyer die Stallungen direkt am Ort bauen wollen, weil Argestorf mitten im Landschaftsschutzgebiet Norddeister liegt. Nach Protesten der Anwohner und Rücksprache mit der Region will er nun etwa 900 Meter östlich des Dorfes den Großstall errichten. In einer Stellungnahme an die Region hat sich die Gemeinde gegen diesen Standort ausgesprochen. Im Ortsrat Argestorf wird es zumindest als Erfolg gesehen, dass der Stall nicht mehr direkt am Ort gebaut werden soll. Als weitere Alternative ist ein Standort an der Landestraße 391 in Richtung Bredenbeck im Gespräch, die für den Landwirt aber nicht in Frage kommt. Mm



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