Pressespiegel HAZ vom 10.02.10


KGS will kleine Klassen halten

Weniger Schüler bedeuten größere Klassen und weniger Lehrerstunden. Diese Rechnung erläuterte Schulleiterin Annette Harnitz vor dem Schulausschuss.

von michael hemme Wennigsen.

In den fünften und sechsten Klassen liege die Schülerzahl derzeit bei je 187. Wenn die Schülerzahl auf 180 pro Jahr gedeckelt wird, wie von SPD, CDU und FDP im Rat beantragt, würde sich dies negativ auswirken. „Unser Ziel sind kleine Klassen“ sagte Schulleiterin Harnitz. Nach dem neusten Erlass könnten 30, in Ausnahmenfällen 31 Schüler pro Klasse unterrichtet werden. Dies ergebe bei sechs Klassen 180 Schüler. Bei 187 aufgenommenen Schülern habe sie diese in sieben entsprechend kleineren Klassen aufteilen können. Bei sieben Klassen, sagte Hartnitz, falle auch die Lehrerstundenversorgung höher aus. Von Seiten der drei Antrag stellenden Ratsfraktionen seien die Wanderklassen in der Schule als Argument für eine Schülerbegrenzung angeführt worden. Auch dies stimme so nicht, sagte Harnitz. „Jede Klasse hat einen festen Raum“, versicherte sie. In den Klassen 8 bis 10 würden sich allerdings einige Klassen Räume teilen. Dies sei aber gut organisiert worden und habe bisher nicht zu Problemen geführt. Ausschussmitglied Jürgen Brockmann bestätigte die Rechnung, die die Schulleiterin aufmachte. Brockmann ist beratendes Mitglied des Ausschusses und war früher Leiter der Kreisschulbehörde. „Weniger Klassen bedeuten weniger Lehrerstunden“, sagte der Wennigser.

Vertreter von SPD, CDU und FDP verteidigten in der Ausschusssitzung ihren Antrag, der die Begrenzung der Schülerzahl auf 180 pro Jahrgang vorsieht. Zu einer Abstimmung kam es aber nicht. Der Antrag wurde lediglich zur Kenntnis genommen. Eine Entscheidung muss nun der Rat treffen, der am 18. Februar tagt. Es gebe bereits wieder Wanderklassen, dies habe vor Jahren bereits dazu geführt, dass die Schule mit Containerbauten erweitert wurde, sagte Hartmut Vollmer (SPD). „Uns geht es in keiner Weise um pädagogische Fragen, sondern um das Wohl der Schüler“, sagte Hans-Joachim Reeb (FDP). Die Schüler hätten ein Recht auf einen festen Klassenraum. Die Gemeinde könne nicht hinter den steigenden Schülerzahlen hinterher bauen, sagte Joachim Batke (CDU). Wenn die Gemeinde jetzt versuche, die Schülerzahlen zu deckeln, liege dies allein an den Raumkapazitäten. Die Diskussion um eine Schülerbegrenzung sei unnötig, sagte die Grüne Angelika Schwarzer-Riemer. In dem Antrag hätten SPD, CDU und FDP erklärt, dass die Gemeinde nicht für auswärtige Schüler Räume vorhalten müsse. „Überlegen sie doch mal, welches Signal angesichts der vielen Wennigser Schüler ausgeht, die auswärts unterrichtet werden“, sagt sie: „Das ist peinlich.“

 

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